Wie Tarot deine Selbstfürsorge-Praxis unterstützen kann

„Selbstfürsorge“ ist ein Wort, das mir eigentlich nicht bewusst unterkommt. Corona hat dem Thema allgemein vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit verschafft, aber wenn ich ehrlich bin, kenne ich nicht allzu viele Menschen, die wirklich Selbstfürsorge üben.

Anna Koschinski hat auf ihrer Seite für die Blogparade #SelbstfürsorgeStärken geworben, und ich finde, das ist eine tolle Sache. Denn wenn wir eines brauchen zur Zeit, dann mehr Selbstfürsorge. Und je mehr tolle Blogger:innen darüber schreiben, wie sie Selbstfürsorge üben, desto mehr Ideen hast du zur Auswahl, um dir deine eigene Praxis zusammenzustellen.

Warum wir Selbstfürsorge brauchen

Wir sind alle so müde. Aber es ist nicht die Art von Müdigkeit, die davon verschwindet, dass man sich mal ordentlich ausschläft. Wir sind innerlich müde und dünnhäutig, wir haben wenig Geduld mit uns selbst und anderen. Und wir haben uns in zwei Jahren Pandemie daran gewöhnt, bloß keine großen Erwartungen und Pläne mehr zu haben, die doch nur wieder platzen. Aber indem man die möglichen Ausschläge nach unten abschleift, regelt man auch die positiven Ausschläge herunter, und das Leben fühlt sich nur noch sehr dumpf an.

Und dazu kommt noch die Sorge um die, die uns am Herzen liegen. Vielleicht stürzen wir uns gerade jetzt noch mehr darauf, uns um andere zu kümmern als um uns selbst. Wie das geht, wissen wir in den meisten Fällen – aber wer von uns weiß so genau, wie Selbstfürsorge eigentlich geht? Vielleicht liegt es auch daran, dass wir erstmal für andere funktionieren, für die Familie, für den Job. Unser eigenes Wohlbefinden, auch unsere Gesundheit, kommen immer erst an nachgeordneter Stelle. Dabei ist das zu kurz gedacht. Auch im Flugzeug sagen sie dir, du sollst zuerst deine eigene Maske anlegen, bevor du anderen hilfst.

Wir könnten uns also vornehmen, Selbstfürsorge zu üben. Nicht „üben“ in dem Sinne von „praktizieren“, sondern wirklich „üben“ im Sinne von „es immer wieder tun, bis man es kann“.

Aber was bedeutet eigentlich Selbstfürsorge?

Selbstfürsorge bedeutet, dass man sich selbst und seine Bedürfnisse wahrnimmt – und auch ernst nimmt. Und Selbstfürsorge ist auch, die Dinge sich nicht auftürmen zu lassen. Also nicht zu warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist, sondern sich rechtzeitig und regelmäßig um sich und seine mentale Gesundheit zu kümmern.

Es gibt jede Menge Möglichkeiten, Selbstfürsorge zu üben – finde die, die für dich richtig ist. Alles andere sind nur weitere To Dos. Vielleicht denkst du, du würdest eigentlich gern wieder mehr Yoga machen – aber es zieht dich nicht auf die Matte. Dann zwinge dich auch nicht dazu.

Vielleicht möchtest du es stattdessen dann ja mal mit Journaling versuchen – das hilft kurzfristig, wenn etwas raus muss aus dem Kopf. Und es hilft langfristig, indem sich nicht so viel auftürmen kann. Vielleicht hilft es dir auch, einen Krimi zu lesen, in den du völlig eintauchen und den Alltag vergessen kannst (zum Beispiel diesen hier). Oder am Stück sieben Folgen Schitt’s Creek zu gucken 🥰 Der Schlüssel liegt in der Achtsamkeit – du willst dich nicht betäuben, sondern dir bewusst etwas Gutes gönnen.

Wie Tarot deine Selbstfürsorge stärken kann

Tarot hilft dir, indem es deinen inneren Vorgängen eine Stimme und eine Berechtigung verleiht. Du nimmst dir Zeit für dich, du beschäftigst dich mit etwas, das nicht „produktiv“ sein muss, sondern das dir einfach die Hand hält, dich ankert und erdet.

Tarot schenkt dir Zeit für dich selbst und mit dir allein. Mach diese Zeit zu etwas Besonderem, indem du sie zelebrierst: Zünde dir ein paar Kerzen an, koch dir einen leckeren Tee oder Kaffee, vielleicht kannst du auch einen schönen Duft versprühen.

Finde zuerst einmal zurück zu dir, indem du für ein paar Atemzüge ruhig wirst. Spüre dich im Raum, komm ganz im Hier und Jetzt an. Die Karten schenken dir die Gelegenheit, einmal die Wörter und Gedanken abzustellen und nur die Bilder auf dich wirken zu lassen.

Mische deine Karten, und frage zum Beispiel: Was brauche ich heute? Was tut mir heute gut? Was kann ich tun, um heute gut für mich zu sorgen? (Das Tarot liebt nämlich Fragen, die mit „Was kann ich tun..“ beginnen.) Eine andere schöne Praxis ist, zwei Karten zu ziehen. Karte 1: Wovon brauche ich mehr, was sollte ich mehr tun? Karte 2: Und was sollte ich lieber lassen, wovon sollte ich weniger tun?

Vielleicht hast du aber auch gar keine Lust, dich so intensiv auf die Karten einzulassen, und auch das ist vollkommen okay. Du kannst genauso gut einfach mit deinen Karten sitzen, die Bilder auf dich wirken lassen. Sie durchblättern, bis eine von ihnen zu dir spricht. Vielleicht hast du dann Lust, dein Journal aufzuschlagen und darüber zu schreiben, welche Gefühle und Gedanken die Karte in dir auslöst.

Eigentlich spielt es für deine Selbstfürsorge gar keine so große Rolle, wie du mit den Karten arbeitest: Indem du dich mit ihnen beschäftigst, konzentrierst du dich auf etwas ganz Anderes und nicht ganz Alltägliches – auf eine Tätigkeit, die mal überhaupt nicht zeitkritisch ist. Achtsamkeit ist auch hier das Zauberwort.

Wenn diese Ideen sich gut anfühlen, probiere sie doch mal aus und schreibe mir in den Kommentaren, ob sie für dich funktioniert haben oder was du stattdessen versucht hast.

4 Gedanken zu „Wie Tarot deine Selbstfürsorge-Praxis unterstützen kann“

  1. Liebe Steffi,

    ich hab deinen Text sehr gerne gelesen. Du beschreibst am Anfang deines Textes sehr eindrucksvoll, wie die Selbstfürsorge für viele Menschen aktuell aussieht. Ich sehe das auch so.

    Dennoch ist es nicht vergebens. Selbstfürsorge muss geübt werden. Das stimmt liebe Steffi. Ich habe auch viel „geübt“ bis ich es konnte.

    Liebe Grüße, Carmen.

  2. Liebe Steffi,
    danke für deinen Beitrag zur Blogparade. Ich gebe zu, dass ich dieses Thema überhaupt nicht auf dem Schirm hatte – und das ist ja das Tolle an Blogparaden. Ich habe mich mit 13, 14 mit Tarot und Astrologie beschäftigt, aber dann habe ich meine Karten nicht mehr benutzt. Eigentlich schade. Denn es stimmt: Es ist nicht produktiv, zeigt einem Blickwinkel, die vielleicht vorher nicht sichtbar waren, ordnet und ermöglicht Gedankenspiele. Daher: Danke für diesen Blick auf Selbstfürsorge. Schön, dass du dabei bist!

    Liebe Grüße
    Anna

    1. Vielen Dank liebe Anna für diese tolle Blogparade! Ich habe sehr gerne mitgemacht und gestaunt, wie viele tolle Artikel zusammengekommen sind.

      Liebe Grüße,
      Steffi

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