Tarot lernen: Was sind die Vorteile und Nachteile?

Wenn du diesen Blog schon kennst, wirst du wissen, dass ich begeistert vom Tarot bin und von den Möglichkeiten, die es uns bietet – die Vorteile, Tarot zu lernen, liegen für mich klar auf der Hand. Aber gibt es auch Nachteile? Ich musste ein bisschen überlegen, aber ein paar sind mir eingefallen. Kleiner Spoiler: Meiner Meinung nach überwiegen die Vorteile deutlich 😉

Die Vorteile, wenn du Tarot lernst

  1. Tarot ist ein günstiges Hobby. Ein Kartendeck ist für unter EUR 20,- zu haben, und sonst brauchst du nichts, um loszulegen. Außer vielleicht noch ein Notizbuch und einen Kuli.
  2. Du lernst jede Menge Neues. Das Schönste an einem neuen Hobby ist ja, dass man eine völlig neue Welt entdeckt, von der man vorher keine Ahnung hatte. Tarot hat eine steile Lernkurve, und man muss schon ein bisschen Arbeit hineinstecken, ehe man sich eine Basis geschaffen hat. Aber ich finde, das ist ja das Tolle (gerade jetzt) – es lenkt ab vom aktuellen Weltgeschehen, wenn man sich in etwas Neues und absolut Zeitloses einarbeiten kann.
  3. Du gewinnst neue Einblicke. Tarot hilft dir, Situationen, Gedanken und Erlebnisse aus einem neuen Blickwinkel zu sehen und einzuordnen. Es kann dir Klarheit schenken, zum Beispiel wenn du Entscheidungen zu treffen hast oder indem du deine Beziehungen zu anderen durch die Karten betrachtest.
  4. Du lernst, dich selbst besser zu verstehen. Wenn du dich einfach nur 😩 fühlst, aber keine Ahnung hast, warum, können dir die Karten auf die Sprünge helfen. Wenn du dich ärgerst, dass du in einer bestimmten Situation schon wieder so reagiert hast, obwohl du es beim nächsten Mal doch auf jeden Fall anders machen wolltest, frag mal die Karten, was dahintersteckt.
  5. Tarot kann deine Selbstfürsorge-Praxis unterstützen. Indem du dich mit deinen Karten hinsetzt und zur Ruhe kommst, bringst du einen Moment der Selbstfürsorge in deinen Tag.
  6. Du stärkst deine Intuition. Dein Bauchgefühl ist quasi nicht existent, und eigentlich bekommst du es gar nicht richtig mit, wenn es sich mal meldet? Durch die Karten als visuelles Hilfsmittel kannst du deiner Intuition eine Stimme geben, wenn du sie sonst nicht so gut wahrnehmen kannst.
  7. Du kannst anderen helfen. Indem du für andere die Karten legst, verhilfst du ihnen zu mehr Klarheit, Einsicht, besseren Entscheidungen oder gibst Impulse und Ratschläge. Und das fühlt sich doch wirklich gut an.
  8. Es macht einfach Spaß. Es gibt sooo schöne Decks 🤩 Beim Blättern durch einen schönen Satz Karten kann ich schon mal die Zeit vergessen, und es ist so spannend, wenn du siehst, wie unterschiedliche Decks auch unterschiedlich mit dir kommunizieren.
  9. Es kann deine Journaling-Praxis unterstützen. Ein Tarotdeck beinhaltet unendlich viel Potential, denn jede Karte kann dir unzählige Prompts zum Schreiben liefern. Indem du deine Legungen schriftlich festhältst und interpretierst, verschaffst du dir außerdem tiefere Einsichten und Verständnis, als wenn du darüber nur nachdenkst.
  10. Es spricht die Bildverarbeitung in deinem Gehirn an anstatt die Textverarbeitung. Wenn wir Texte lesen, passiert das hauptsächlich in der linken Gehirnhälfte, die für Logik, Analyse, Rechnen und ähnliche Tätigkeiten zuständig ist. Bilder wirken jedoch hauptsächlich auf die rechte Gehirnhälfte, wo Intuition, non-verbales und ganzheitliches Denken stattfinden. Indem du dich also mit den Bildern auf den Tarotkarten beschäftigst, gibst du deinem Gehirn andere Impulse als durch das Lesen von Texten.
  11. Du staunst immer wieder, wie viele Leute sich mit dem Kartenlegen beschäftigen. Aus eigener Anschauung kann ich sagen: Du glaubst gar nicht, wie viele Leute Karten legen 😄 Fast jedes Mal, wenn ich mich mit jemandem über das Tarot unterhalte, höre ich so was wie: „Oh, meine Tante legt sich an Silvester immer das Jahresrad!“
  12. Du findest eine neue Community. Auf Instagram, Facebook oder YouTube gibt es jede Menge interessante Leute zu finden, die unermüdlich tolle neue Inhalte posten wie zum Beispiel Legemuster, Kartenvergleiche oder ganze Tarot-Shows, bei denen die Zuschauer ihre Fragen stellen können.
  13. Und: Wir haben sogar einen Verein. Der Tarot e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, Tarot aus der Hokuspokus-Ecke herauszuholen und mit Missverständnissen und Fehlannahmen zum Kartenlegen, die heute noch sehr verbreitet sind, aufzuräumen. Entscheidend dafür ist unser Ehrenkodex, den jedes neue Mitglied unterzeichnet. Daneben gibt es noch tolle Events wie den monatlichen Zoom Call „Tarot and Wine“ oder die jährliche Mitgliederversammlung.

Die Nachteile, wenn du Tarot lernst

  1. Es kostet Geld. Oben habe ich zwar behauptet, dass Tarot ein günstiges Hobby ist, aber das gilt tatsächlich nur, wenn du gut nein sagen kannst. Denn du kannst natürlich mit nur einem Deck auskommen. Wahrscheinlicher ist aber (gerade wenn du dich viel in Instagram oder Facebook-Gruppen umtust), dass dir ständig neue Decks begegnen, die deine Sammelleidenschaft befeuern 🙈
  2. Du wirst immer mehr lernen wollen. Auch hier können die Folgekosten hoch sein: Denn je mehr du dich mit dem Tarot beschäftigst, desto weiter wird dein Horizont, desto mehr wirst du lernen wollen. Ich spreche aus Erfahrung, denn gerade bin ich in einem Kabbala- und einem Astrologie-Kurs eingeschrieben.
  3. Es kostet Zeit. Die Basics zu lernen, dauert eine Weile (und danach kann man lebenslang weiterlernen, was ich persönlich ziemlich toll finde). Die Zeit dafür muss man natürlich erstmal finden und dafür vielleicht auf andere Tätigkeiten verzichten (selbst wenn es nur die abendliche Netflix-Einheit ist).
  4. Die Lernkurve ist am Anfang ziemlich steil. Wie schon gesagt: Tarot zu lernen, ist nicht ganz ohne, du hast eine ganze Menge Stoff vor dir. Und vielleicht merkst du, dass du ungeduldig bist, weil du schneller vorankommen willst. Hier kann ich nur empfehlen, dranzubleiben – es fügt sich alles zusammen, auch wenn man das am Anfang noch gar nicht glauben kann.
  5. Man nimmt dich nicht ernst. Ja, Tarot hat noch immer diesen esoterischen Beigeschmack, obwohl es doch längst im Mainstream angekommen ist. Du wirst wahrscheinlich erleben, dass du belächelt wirst, aber ganz ehrlich: Das liegt an den immer noch tief sitzenden Missverständnissen und Halbwahrheiten über Tarot, denen wir unter anderem über den Tarot e.V. entgegentreten.
  6. Man missversteht dich. Wer dich belächelt oder gar angreift, weil du die Karten legst, hat unter größter Wahrscheinlichkeit eine völlig falsche Vorstellung vom Tarot. Viele Menschen glauben ja immer noch, dass es beim Tarot um Wahrsagerei geht – aber wir nutzen das Tarot als Werkzeug der Selbsterkenntnis und der Selbstermächtigung. Kein Hokuspokus hier, keine Esoterik. Aber um das zu erklären, brauchst du erstmal jemanden, der dir unvoreingenommen zuhört – was bei denen, die dieser Argumentation folgen, eher schwierig ist. Vielleicht also besser nicht zu viel Energie darauf verschwenden und stattdessen nur lächeln und winken 🙃

Mein Fazit

Ich glaube, allein die Tatsache, dass ich diesen Blog schreibe, zeigt: Ich bin absolut davon überzeugt, dass es sich lohnt, Tarot zu lernen 😊 Hoffentlich haben einige der Vorteile dich zumindest neugierig gemacht. Ich würde mich sehr freuen, wenn du den Karten die Chance gibst, dich ebenfalls zu überzeugen. Wenn ich dir dabei helfen kann, hinterlasse mir einen Kommentar oder schreib mir an hallo@luminousbeings.de.


Lisa Sterle: Modern Witch Tarot; Tarot von A. E. Waite: Mit freundlicher Genehmigung des Königsfurt-Urania Verlags, © Königsfurt-Urania Verlag, www.koenigsfurt-urania.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert