Die Hofkarten im Tarot – ein Überblick

Zuletzt aktualisiert am 4. Februar 2022 von Steffi

Die Hofkarten im Tarot gelten als schwierig, denn sie können viele verschiedene Bedeutungen annehmen: Mal stehen sie für dich als Fragende*n, mal für dein Gegenüber in der Legung oder für eine Person in deinem Umfeld. Sie können Ereignisse bedeuten oder Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensweisen, die du vielleicht in dir trägst oder die du in dieser Situation an den Tag legen solltest. Ziemlich kompliziert also, oder?

Außerdem geben uns die Hofkarten wenig, mit dem wir arbeiten können – außer den Rittern tun sie reichlich wenig, so dass man aus ihren Handlungen wenig ableiten kann.

Aber wenn du einige Grundlagen beherrschst, sind sie schon viel weniger furchteinflößend, denn:

  1. Die Hofkarten sind den Reihen der Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde zugeordnet, also den Stäben, den Kelchen, den Schwertern und den Münzen. Mehr dazu findest du hier.
  2. Die Hofkarten sind in einer Hierarchie angeordnet, die eine Entwicklung widerspiegelt: Ganz unten stehen die Buben oder Pagen, darüber die Ritter. An der Spitze stehen König und Königin.

In manchen Decks heißen diese Karten z.B. Tochter und Sohn, Mutter und Vater. Ich spreche hier von den Bezeichnungen, die sie im klassischen Rider Waite Smith Deck tragen.

Die Buben oder Pagen

Manchmal können Buben oder Pagen für Kinder stehen oder auch für kindliches Verhalten. Am mittelalterlichen Hof waren die Pagen tatsächlich Kinder ab ungefähr acht Jahren, die das Ritterhandwerk lernten. Im Tarot sind sie offen und wissbegierig, lernen gerade erst das Handwerk ihres Elements. Mit ihnen beginnt, ähnlich wie bei den Assen, ein neues Kapitel. Auf der anderen Seite machen sie aber natürlich noch viele Fehler, schießen über das Ziel hinaus oder sind ziemlich unzuverlässig.

Die Ritter

Der Ritter ist der Teenager, der denkt, er weiß schon alles (und das auch noch besser), der aber noch viel zu lernen hat. Der Ritter hat die Phase des Pagen durchlaufen, er beherrscht das Kriegshandwerk, er verteidigt König und Königin und führt Aufträge aus. Er ist also schon gefestigter in seinem Element, hat aber noch nicht die Reife des Königspaars erreicht. Bei den Rittern spielt nicht nur das Element eine Rolle, sondern auch die Art, wie ihre Pferde sich jeweils bewegen – vom Stillstand zum Aufbäumen und Losgaloppieren.

Der König

Er ist der Chef in seinem Element, er hat die Pagen- und Ritterphasen durchlaufen und kontrolliert sein Element. Seine (Yang-)Energie ist gefestigt und nach außen gerichtet. Er überblickt das Königreich seines Elements, er hat die Macht – aber auch die Verantwortung. Eine Vaterfigur, die für Recht und Ordnung sorgt, aber auch das Wohlergehen seiner Untertanen im Blick behalten, gerecht und fürsorglich sein sollte.

Aus großer Macht folgt große Verantwortung.

Ben Parker (Spiderman)

Die Königin

Früher bestand die Macht der Königin darin, im Hintergrund zu stehen und den König zu beraten, vielleicht auch die Fäden zu ziehen. Heute betrachten wir sie eher auf einer Stufe mit dem König, sie hat ihr Element gemeistert. Anders als beim König ist ihre (Yin-)Energie eher nach innen gerichtet. Wie bei den Königen gibt auch ihre Umgebung Aufschluss darüber, wie sie ihr Element regiert, und auch ihre Blickrichtung kann von Bedeutung sein.


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